05.08.: Archäotheater: „KrimiZeiten – Aufruhr im Steinzeitdorf“
- am 31. Juli 2012
- von Federseemuseum
- in Veranstaltungen
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Am Sonntag, den 5. August kommt das neue ArchäoTheaterstück „KrimiZeiten – Aufruhr im Steinzeitdorf“ um 14 Uhr erneut zur Aufführung.
Das spannende Kindertheater spielt in der verwunschen Moorlandschaft des Federsees vor fast 6000 Jahren. Nachts, wenn scheinbar alles schläft, verschwindet immer wieder Vieh aus der Moorniederung. Die Dorfbewohner sind aufgebracht und misstrauisch zugleich. Wer oder was treibt hier sein Unwesen?
Kulisse bildet ein rund 150 Seelen zählendes Dorf am Südufer des Federsees, dessen Bewohner alles haben, was sie zum Leben brauchen und sich um nichts sorgen müssten, wären da nicht die Nebeldämonen und gemeine Schurken, die ihr mysteriöses Unwesen treiben! Die Ermittlungen führen auch zu Hubavi, die Heilkundige im Dorf.
Wer Hubavi in ihre Hütte begleitet, wird von einer Vielfalt an Kräutern erschlagen, über die sie erst einmal genauere Auskunft geben muss. Hubavi, in Doppelbesetzung gespielt von Lena Uhl und Eloise Köberlein, berichtet widerwillig von der Zusammensetzung des Trankes, aber ganz schlüssig sind ihre Aussagen nicht. Was hat sie zu verbergen?
Archäologische Hintergründe und Fakten aus der Pionierphase der bäuerlichen Besiedlung am Federsee sind in das spannende Kriminalstück verwoben, das eigens für das archäologische Freigelände konzipiert wurde. Natürlich wissen wir nicht, ob es in dem jung steinzeitlichen Dorf am Federsee eine Heilkundige namens Hubavi wirklich gegeben hat. Vielmehr steht Hubavi für die Entdeckung und Aneignung der unterschiedlichen Wirkstoffe einer Pflanzenvielfalt, die in der Jungsteinzeit auch am Federsee kultiviert wurde.
Pflanzen überdauern nur unter günstigsten Bedingungen die Jahrtausende. Besonders im immerfeuchten Milieu der süddeutschen Seen und Moore haben sich die Früchte, Samen und Pollen zahlreicher Pflanzenarten erhalten. Sie ermöglichen den Archäologen und Botanikern ein relativ detailliertes Bild der ehemaligen Ernährungsweise zu zeichnen: Bereits vor 6000 Jahren kultivierten unsere Dorfbewohner Nacktweizen, Emmer und Einkorn, bauten zudem Erbsen, Lein und Mohn an. Gerste wurde als Brei und in Eintopfgerichten verzehrt, vielleicht auch schon zu Bier gebraut. Auch belegen die botanischen Untersuchungen, dass Nüsse, Beeren und Wildfrüchte intensiv gesammelt wurden. Schwieriger nachzuweisen sind Pilze, essbare Wurzeln sowie Kräuter und Blattpflanzen, die als Salat oder Gemüse auf den Tisch kamen. Einige Pflanzen und Kräuter wurden sicher nicht nur wegen ihres Geschmacks, sondern vielmehr auch ihrer Heilkraft und Magie wegen geerntet. Eine Auswahl jungsteinzeitlich nachgewiesener Kräuter wächst auf den Beeten im Freigelände des Museums – hier findet Hubavi genügend Zutaten für einen magischen Trank…
Musikalische Elemente bilden mit Gesangseinlagen eine Art Moderation zu den einzelnen Szenen. Insgesamt 75 Minuten dauert das Schaupiel an das sich um 15.30 eine Art „Nachlese“ anschließt, in der Einblicke in die Hintergründe des ArchäoTheaters und Informationen über Requisiten, Repliken und die archäologischen Funde und Fakten für die Besucher bereitgehalten werden.

