Der Steinzeit auf der Spur – ein fächerübergreifendes Forschungsprojekt für den Schulunterricht
Wie Profi-Archäologen entschlüsseln die jungen Forscher eine Siedlung der späten Jungsteinzeit. So erfahren sie, was alte Scherben, unscheinbare Tierknochen, Blütenstaub oder Jahresringe in alten Hölzern den Archäologen über Landschaft, Klima und Umwelt in früheren Zeiten verraten.
Ausgraben und dokumentieren… Nach seiner Ausbildung zum „Junior-Archäologen“ erhält jeder Teilnehmer neben Werkzeug und Grabungsgerät auch ein persönliches Forschungstagebuch. Darin werden sämtliche archäologischen Strukturen und alle freigelegten Funde detailgetreu dokumentiert. Tonscherben und ihre Verzierung entschlüsseln Alter, Herkunft und Gebrauch der steinzeitlichen Gefäße.

Beproben und Analysieren… Wie die Profis entnehmen die Schüler zunächst Holz- und Bodenproben, analysieren diese im benachbarten „Labor“ und bestimmen mit Hilfe bereitgestellter Vergleichssammlungen die ausgegrabenen Tierknochen, Scherben und Pflanzenreste.
Forschen und Diskutieren… Nach Abschluss der Ausgrabung fügen die Archäologenteams die jeweiligen Einzelergebnisse zu einem Lebensbild der späten Jungsteinzeit zusammen: Dies geschieht im Rahmen einer Podiumsdiskussion, bei der die Ausgräber ihre Expertenmeinungen austauschen und diskutieren können.
Interpretieren und Rekonstruieren… Auf der Basis der gewonnenen und kritisch hinterfragten Einzelergebnisse fertigen die „Junior-Archäologen“ schließlich ein detailgetreues Landschaftsmodell im Maßstab 1:87. Dabei verwandeln sie mithilfe vorhandener Elemente und Bausätze die nacheiszeitliche Naturlandschaft schrittweise in eine jungsteinzeitliche Kulturlandschaft.

Projektdauer: 3 Std. oder 5 Std. (inkl. Führung durch die Ausstellung und das archäologische Freigelände).
Preis: 9,oo EUR/Person (3-stündige Version) bzw. 16,oo EUR/Person (5-stündige Version).
Im fünfstündigen Projekt bereiten sich die Schüler nach Abschluss der Ausgrabungen einen steinzeitlichen Imbiss. Die Zubereitung und Zusammenstellung der Speisen basiert dabei auf den archäobiologischen Ergebissen der vorangegangenen Ausgrabung.
Zusaätzlich besteht bei dieser Version die Möglichkeit einer Posterpräsentation: Mithilfe bereitgestellter Bild- und Arbeitsmaterialien entsteht aus den gemeinsam erzielten Forschungsergebnissen die lebensnahe Rekonstruktion eines rund 5000 Jahre alten Dorfes am Federsee.
Dieses Lernangebot bietet die Chance, vielfältige Lernziele zu verwirklichen und Kompetenzen zu fördern:
- Beobachten – Beschreiben – Fragen
- Hypothesen bilden
- Komplexe Sachverhalte gliedern
- Daten durch Messen, Beschreiben und Vergleichen gewinnen
- Teilprobleme zusammenfügen und auswerten
- Einüben von Fachsprache
- Ergebnisse reflektieren
- Wissenschaft kritisch betrachten
- Kooperation und Kommunkation steigern
- Über biologische Vielfalt staunen
- Wechselbeziehungen von Arten verstehen
- Lebensräume und anthropogene Umweltveränderungen erkennen
- Zusammenspiel von Natur und Kultur erfassen
- Entwicklung des Menschen begreifen
Unter Berücksichtigung der verschiedenen Bildungspläne
werden unterschiedliche didaktische Konzepte und
Methoden eingebunden:
- Forschend-entdeckendes Lernen
- Kooperatives Lernen
- Handlungsorientiertes Lernen
- Regionales Lernen
- Fachübergreifendes Lernen
- Situiertes Lernen
Dieses Forschungsprojekt ist geeignet für SchülerInnen ab Klasse 5
In Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Weingarten und der Pädagogischen Hochschule Thurgau/CH


