Einführung
 Rentierjägern und Pfahlbauern auf der Spur
Seit der Steinzeit haben Menschen immer wieder die Ufer des Federsees aufgesucht, haben hier ihre Zelte, Hütten und später auch mit Palisaden befestigte Dörfer errichtet. Jäger und Sammler, Fischer, Bauern - alle haben von der reichen Tier- und Pflanzenwelt profitiert. Spuren ihres Lebens finden sich heute versunken im Moor: tausende von Bauhölzern, Reste von feinen Leinenstoffen, Einbäume, Arbeitsgeräte und Schmuckstücke haben sich hier über Jahrtausende im feuchten Boden erhalten.


Inmitten dieser faszinierenden Moorlandschaft bietet das Federseemuseum mit seinen bedeutenden archäologischen Objekten und zwölf stein- und bronzezeitlichen Häusern im Freigelände die seltene Gelegenheit, prähistorische Lebensumstände detailliert kennenzulernen. Sind drinnen die faszinierenden Originalfunde aus der archäologischen Region zu bestaunen, so vermittelt der anschließende Gang ins Freigelände begeh- und begreifbare Architektur aus 3500 Jahren örtlicher Pfahlbaugeschichte. Und nicht zuletzt erschließt der am Museum beginnende Lehrpfad die Moorsiedlungen im südlichen Ried; hier erfährt der Wanderer anhand ausführlicher Informationstafeln und Teilrekonstruktionen von Gebäuden und Palisaden Wissenswertes zur Natur- und Landschaftsgeschichte des Federsees.

Fahrten mit dem Einbaum, Brotbacken im Lehmofen und Vorführungen urgeschichtlicher Handwerkstechniken gehören zu einem archäologischen Erlebnispark rund um das Federseemuseum. Von April bis Oktober lädt das Museumsteam zum Mitmachen und Mitbauen, zu Workshops und Vorführungen ein, darunter Aktionen zum Holzhandwerk und Bronzeguß, zum Ackerbau und Fischfang. Alle großen und kleinen Besucher sind zu dieser erlebnisreichen und zugleich spannenden Zeitreise in die Welt der Steinzeitmenschen herzlich eingeladen.

Ralf Baumeister
Museumsleiter
 
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