Das Federseemuseum
Das oberschwäbische Federseemuseum liegt inmitten einer faszinierenden Moorlandschaft, am Rande eines seit der Eiszeit verlandenden, schilfumgebenen Gewässers.
Federseemuseum
Harmonisch in die umgebende Riedlandschaft eingefügt: das Federseemuseum

Freigelände
 Blick in das archäologische Freigelände


Dicht wie wohl nirgends sonst in Europa befinden sich hier im 45 qkm großen Federseebecken gut erhaltene Jagdlager, Moorsiedlungen und Pfahlbauten aus vorgeschichtlicher Zeit. Vor allem ihrer Darstellung und den international bedeutenden Funden aus über 14 000 Jahren Menschheitsgeschichte verdankt das Museum seine Anziehungskraft. Mit seinen Kultur- und Landschaftsgeschichte verbindenden Themen wirkt es weit über Oberschwaben hinaus. Zum festen Programm gehören Führungen, Aktionen sowie Projekte im Museum selbst und dem archäologischen Freigelände
Holzrad
Jetzt im Museum: Mit 5000 Jahren eines der weltweit ältesten Räder aus dem Moor bei Alleshausen

Einbaum
 Mit dem Einbaum im Museumsteich.



 Im Brennpunkt der archäologischen Forschung
Die oft sensationellen Entdeckungen begannen bereits im Jahr 1866, als an der Schussenquelle europaweit das erste altsteinzeitliche Jagdlager außerhalb einer Höhle erforscht wurde. Und schon 1875 stieß man im Hochmoor auf jungsteinzeitliche Hausreste - die Schussenrieder Pfahlbauten waren gefunden! Dabei wurde auch der erste Grundriss eines prähistorischen Holzbaus in Mitteleuropa dokumentiert. Seitdem findet am Federsee Grundlagenarbeit zur europäischen Siedlungsarchäologie statt.
Die Ausgrabungen der 20er Jahre in Aichbühl, Riedschachen oder der Wasserburg Buchau haben weit über die archäologische Fachwelt hinaus Aufsehen erregt. Mit den damals modernsten Methoden gelang es, mehrere vorgeschichtliche Dorfgrundrisse nahezu komplett zu erfassen. Die neuen Forschungsansätze führten zum kritischen Durchleuchten des "Pfahlbau-Phänomens": Plattformen im Wasser, die ganze Siedlungen getragen hatten, hatte es wohl nie gegeben.
Das Federseebecken ist auch heute wieder eine zentrale Schlüsselregion archäologischer Forschung in Südwestdeutschland. So kommt seit 1979 eine zuvor völlig unbekannte jungsteinzeitliche Siedlungslandschaft durch Ausgrabungen ans Licht, minutiös wird dabei dem Einfluß des Menschen auf die sich im Zuge der Aufsiedlung wandelnden Natur nachgegangen. Schwerpunkte der Forschung liegen zur Zeit auf dem Verschwinden der letzten Jäger und Sammler, jungsteinzeitlichen Siedlungssystemen oder auch den beherrschenden bronzezeitlichen Burgen im Ried.
Über die aktuellen Entdeckungen des Landesdenkmalamts informiert das Museum fortlaufend.
Ausgrabung der 20er Jahre
«Tag der Offenen Tür» im Staatsried bei einer Ausgrabung der 1920er Jahre. Gut sichtbar die Holzböden der jungsteinzeitlichen Häuser.

Landesdenkmalamt
 Großgrabung in der bronzezeitlichen
«Siedlung Forschner» im Jahr 1984



 Ausstellungsthemen
  • von der Natur- zur Kulturlandschaft
  • 120 Jahre Archäologie am Federsee
  • Rentierjagd in der eiszeitlichen Tundra
  • frühe Bauern der Jungsteinzeit
  • Karren und Bohlenwege
  • Burgen der Bronzezeit
  • Keltischer Opferplatz
  • stein- und bronzezeitliche Häuser und Hütten im Freigelände
Anfahrt und Öffnungszeiten des Museums

Adressen und Kontaktformular

 Einblick in die Museumsarbeit des Federseemuseums Bad Buchau
Seit zehn Jahren wird das Konzept "Archäologie live" unter Leitung des promovierten Archäologen Dr. Ralf Baumeister im Federseemuseum mit fachlicher Professionalität, wissenschaftlicher Kompetenz und pädagogischer Finesse konsequent vorangetrieben und umgesetzt.
  • 1998 bis 2000
    Aufbau des archäologischen Freigeländes mit vier Dorfausschnitten stein- und bronzezeitlicher Siedlungen.
  • 2001
    Gründungsjahr des "Forums für Archäotechnik am Federsee" (FAT), einer europäischen Vereinigung experimenteller Archäologen.
  • 2002
    Sonderausstellung über das Leben der "Zeitgenossen des Gletschermannes am Federsee". (in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalsamtes B.-W.)
  • 2003
    Sonderausstellung zur "Steinzeit am Federsee" und zu "Harten Fakten. Der erste Band einer Publikationsreihe zu Sonderausstellungsthemen erscheint.
  • 2004
    Zusammen mit drei weiteren deutschen und schweizer Museen lässt das Federseemuseum "150 Jahre Pfahlbauarchäologie" Revue passieren.
  • 2005
    Die Sonderausstellung "Archäologie des Pferdes" agiert mit lebenden urtümlichen Ponys im Freigelände des Museums. Die Bronzezeitfamilie Borngräber wagt das "Experiment Zeitreise".
  • 2006
    Startschuss für ein dreijähriges Kooperationsprojekt zur "Wirtschafts- und Umweltarchäologie" mit dem ArcheoParc Schnals (Italien) und der Universität Freiburg. Die Ausstellungen "Honig, süße Versuchung", "Pelztiere am vorgeschichtlichen Federsee" und "Von Hirten und Herden" beleuchten die frühe Beziehung zwischen dem Menschen und seinen Haustieren.
  • 2007
    Die Pilotprojekte "ArchäoTheater, ArchäoKids, ArchäoFamilien" sind innovative Elemente einer neuen Vermittlungsarbeit. Darüber hinaus gibt die Ausstellung "Zwischenzeiten" Einblicke in das bäuerliche Jahr vor 5000 Jahren.
  • 2008
    6000 Jahre Pfahlbauten in Europa und Südostasien zeigt die Sonderausstellung "Abgehoben". Im Verbund mit den pädagogischen Hochschulen in Weingarten und Kreuzlingen werden neue museumspädagogische Module getestet.
 Weitere Museen in der Umgebung
Das Forum Archäotechnik am Federseemuseum

Archeoparc Schnals im Vinschgau/Südtirol

Pfahlbaumuseum Unteruhldingen

Freilichtmuseum Hechingen-Stein

Freilichtmuseum Neuhausen

Heuneburgmuseum Hundersingen

Knopf & Knopf: Internationales Museum der Knöpfe


Webmuseen
Museen und Ausstellungen im deutschsprachigen Raum


NABU - Naturschutzzentrum Federsee

Archäologie Online
Das größte deutschsprachige Archäologie-Portal

u.a. mit einem Schwerpunktthema Seeufersiedlungen


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