Museumspädagisches Programm
 Das junge Angebot für junge Leute
Das Federseemuseum in Bad Buchau ist bekannt für kreative Kulturvermittlung. Mitten in Oberschwabens Moorlandschaft gelegen, hat das experimentierfreudige Haus mit innovativem Konzept ein praxisorientiertes Aktivprogramm entwickelt, das sich speziell an junge Menschen richtet. Rund ein Dutzend stein- und bronzezeitliche Häuser, nach Ausgrabungsbefunden authentisch rekonstruiert, sind Bühne und Kulisse für "Archäologie live".

Als außerschulischer Lernstandort bietet das Federseemuseum mit seinem archäologischen Freigelände ein breites Themenspektrum aus ´6000 Jahren Leben am See´. Experten vermitteln Funde und Fakten mit pädagogischer Finesse, so dass sie für junge Menschen inhaltlich, methodisch und fächerübergreifend leicht zu erschließen sind. Zahlreiche umwelt- und wirtschaftsgeschichtliche Aspekte eignen sich auch hervorragend für den fächerübergreifenden Unterricht.

Schüler- und Jugendgruppen haben hier ideale Möglichkeiten zu
  • interaktiver Auseinandersetzung mit einzigartigen Originalen und authentisch rekonstruierten Repliken.
  • selbständiger Erschließung von kulturhistorischen, ökologischen und ökonomischen Zusammenhängen
  • kreativer Umsetzung neuer Einsichten und Erfahrungen
Ein von Archäologen und Pädagogen speziell entwickelter "Steinzeitkoffer" zur Vor- oder Nachbereitung des Schulunterrichts ist gegen eine Gebühr von 30,oo EUR auszuleihen (bei Buchung eines der folgenden Projekte werden 10,- Euro verrechnet).
Beschreibung des Steinzeitkoffer als PDF-Datei

Wir bitten Folgendes zu beachten:
  • Auf schmutzunempfindliche, wettertaugliche Bekleidung und Schuhe achten.
  • Mindestgruppengröße bei Projekten sind 17 Teilnehmer; bei kleineren Gruppen wird ein Pauschalpreis berechnet.
  • Je Gruppe sind zwei verantwortliche Aufsichtspersonen kostenfrei.
  • Gruppen nach Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten.


Speerschleuder
Wie eine Speerschleuder funktioniert

Backofen
 Im Lehmofen wird selbstgemachtes Brot gebacken.
 Interaktive Führungen - weil Lernen Spaß macht
"Homo Pfifficus" - Steinzeit mit Erfindergeist
Eine lebendige Führung durch das Museum und das angrenzende archäologische Freigelände: Unzählige Originalfunde bezeugen den Ideenreichtum unserer steinzeitlichen Vorfahren, der nicht nur einfache Hilfsmittel und clevere Tricks, sondern auch geniale Erfindungen hervorbrachte. Im Umgang mit hochwertigen archäologischen Repliken werden die Themenbereiche "Technik und Transport", "Rohmaterial und Werkzeug" oder "Kunst, Musik und Jagd" für die SchülerInnen begreifbar - beispielhaft bei der Probejagd mit der eiszeitlichen Speerschleuder.
Dauer: 1,5 Std.
Preis: 60,oo EUR /Gruppe zzgl. Eintritt
"Steinzeit im Wandel" - vom eiszeitlichen Jäger zum jungsteinzeitlichen Ackerbauern und Viehzüchter
Das Signal zum Aufbruch in eine neue Zeit gab der Mensch vor rund 7000 Jahren mit einer richtungsweisenden Entscheidung: Schluss mit der bis dahin praktizierten jägerischen Wildbeuterkultur und Hin zur sesshaften bäuerlichen Lebensweise. Mit dieser sog. "jungsteinzeitlichen Revolution" setzten Wandlungen in rascher Folge ein, die eine fundamentale Umwälzung der menschlichen Gesellschaft bis in die heutige Zeit zur Folge hatte.
Mittelpunkt dieser Führung ist die interaktive Auseinandersetzung der SchülerInnen mit den Werkzeugen und Gerätschaften der eizeitlichen Jäger und Sammler und jungsteinzeitlichen Bauern und Viehzüchter: Wie passte sich der Mensch den Verhältnissen in der eiszeitlichen Tundra Oberschwabens an? Welche Tiere wurden gejagt, welche Pflanzen gesammelt? Welches sind die ältesten Haustiere und welche Pflanzen wurden zuerst domestiziert? Wie kam man in der Jungsteinzeit vom Korn zum Mehl und zum Brot? Wie und warum wurde das Getreide entspelzt? Und was ist Sichelglanz?
Diese und viele weitere Zusammenhänge entdecken mit zahlreichen praktischen "hands on Stationen".
Dauer: 2 Std.
Preis: 80,oo EUR /Gruppe zzgl. Eintritt
 Halbtagesprojekte - Forschen und Begreifen
Aufbauend auf unseren interaktiven Führungen können folgende Module zur aktiven Vertiefung des Steinzeitlebens gewählt werden:
Leder, Bast und Linnen - die Bekleidung der Steinzeitmenschen
Den eigenen Körper vor Kälte, Wind, Regen und Verletzungen zu schützen war Initial für die Fertigung von Schuhen und Bekleidung. Frühe Hinweise darauf liefern bereits vereinzelte Fundstellen der Neandertaler, doch erst die hochwertigen Kleidungsreste des Gletschermannes ("Ötzi") und die Originalfunde aus den Moor- und Ufersiedlungen Oberschwabens erlauben detailliertere Einblicke in die steinzeitliche Bekleidung.
Mit Nähnadeln aus Knochen und Fadenmaterial aus Sehnen oder Darm wurden Fell, Leder, Rinden sowie Bast und Gras zur ersten "Mode" der Menschheit verarbeitet. Nach einer Einführung in die verschiedenen Materialien und ihre Eigenschaften stellt jeder Teilnehmer mit steinzeitlichen Knochen- und Feuersteinwerkzeugen einen Lederbeutel her.

Topf und Scherbe - die prähistorische Töpferei
Mit Beginn der sesshaften bäuerlichen Lebensweise wurden am Federsee erstmals auch Töpfe, Becher und Schalen aus Ton gefertigt, anschließend im offen Herdfeuer, in Erdgruben, später auch in speziellen Töpferöfen gebrannt. Wir verfolgen den Weg von der 6000 Jahre alten Originalscherbe bis zum selbst gefertigten Steinzeitgefäß. Wie wird aus einem Klumpen Ton ein Becher oder eine Schale? Was verrät uns der Ton und seine Magerung? Seit wann gibt es die Töpferscheibe? Unter fachkundiger Anleitung töpfert jeder Teilnehmer nach originalen Vorlagen einen Stempel, ein Gefäß oder eine Rassel.
(Hinweis: Die gefertigten Stücke müssen nach entsprechender Trocknung in der Schule gebrannt werden).

Schönheit, Status und Symbol
Der Wunsch des Menschen nach Schönheit und Attraktivität ist Jahrtausende alt. Doch diente das Tragen von Schmuck und Schminke nicht allein der Verschönerung, sondern auch der Abgrenzung oder Betonung der gesellschaftlichen Stellung seines Trägers. Von den Elfenbeinschnitzereien der Altsteinzeit bis zu den Tattoo`s des Gletschermannes ("Ötzi") werden anhand steinzeitlicher Funde die Themen Kunst, Schmuck und frühgeschichtliche Hygieneverhältnisse vorgestellt; anschließend wird im Praxisteil eine Kette oder ein steinzeitlicher Kamm gefertigt.

Projektdauer: 3 Std.
Preis: 6,50 EUR /Pers. zzgl. Eintritt
 Ganztagesprojekte - Experimentieren und Entdecken
Im Anschluss an unsere interaktiven Führungen bittet die Steinzeit zu Tisch. Die jungen "Steinzeitler" entzünden ihr eigenes Lagerfeuer und kochen gemeinsam einen steinzeitlichen Eintopf in originalgetreuen Repliken. Als Beilage gibt es viele Infos rund um die prähistorische Ernährung.

Danach stehen zur Auswahl:

Textilwerkstatt: Bekleidung in der Steinzeit
Wissenswertes und Praktisches rund um die steinzeitliche Bekleidung; anschließend wird mit steinzeitlichen Feuerstein- und Knochenwerkzeugen ein Lederbeutel gefertigt (ohne Zuzahlung für Materialkosten).

Knochenwerkstatt: Vom Knochen zum Pfriem
Jeder Teilnehmer stellt seine eigene (Reh-)Knochenspitze her und verziert sie mit Messern und Sticheln aus Feuerstein (zzgl. Zuzahlung für Materialkosten: 1,50 EUR ).

Messerwerkstatt: Das "Taschenmesser" der Steinzeit
Aus Birkenpech, Pappelrinde und Feuersteinen fertigen die SchülerInnen nach originalen Vorlagen ein jungsteinzeitliches Messer (zzgl. Zuzahlung für Materialkosten: 3,50 EUR ).

Projektdauer: 5 Std.
Preis: 13,oo EUR /Pers. zzgl. Eintritt (ggf. Zuzahlung für Materialkosten).
 Seminare
Feuerstein: Der Stahl der Steinzeit
Beim Ganztagesprojekt besteht zudem die Möglichkeit für ca. zwei Stunden einen Archäologen und Feuersteinspezialisten hinzuzuziehen. In kleineren Arbeitsgruppen fertigen die SchülerInnen unter seiner fachkundigen Anleitung jeweils in einem einstündigen Seminar eine eigene Feuersteinpfeilspitze mit einem Retoucheur aus Geweih und Holz.

Projektdauer: insges. 6 Std.
Preis: 6,oo EUR /Pers. (zzgl. 12,oo EUR für das Ganztagesprojekt).

Hinweis: Termine nur nach vorheriger Absprache möglich; erst ab Klassenstufe 5.
 Mal was ganz anderes...
Kindergeburtstag im Steinzeitdorf
Preis: 75 Euro (zuzügl. Eintritt)
Dauer: 2,5 Stunden
Inhalt: Beim Kindergeburtstag gehen wir ganz individuell auf die Wünsche des Geburtstagskindes ein und bieten zu den Themen des Federseemuseums unterschiedliche Praxismöglichkeiten im Baukasten- Prinzip an: Malen mit Erdfarben, Steinzeitschmuck herstellen, mit Leder und Steinmessern hantieren, Töpfern, Spinnen, Speer schleudern, Einbaum fahren, Getreide mahlen und Stockbrotteig herstellen, u.v.m. Natürlich gehört ein Imbiß dazu: entweder gibt es leckere Honigringli oder Stockbrot mit Steinzeittee.
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