Mord im Moor?

Sonderausstellung 31. Mai bis 1. November 2009


vor 3000 Jahren

Ein Tötungsdelikt vor 3000 Jahren:

Mehrere Bewohner einer spätbronzezeitlichen Siedlung im südlichen Federseemoor sterben an den Folgen äußerer Gewalteinwirkungen.

Ihr Schicksal blieb bis heute weitgehend ungeklärt.

Außergewöhnlich war der archäologische Befund:
von den Kindern fanden sich allein die Schädel, allesamt ohne Unterkiefer und in regelmäßigen Abständen - unweit der Palisade - kreisförmig um die Siedlung verteilt.

1928: Rätselhafte Funde

Mitte der 20er Jahre kam der ergreifende Fund bei Ausgrabungen wieder ans Tageslicht:
Archäologen entdeckten am Rand der Siedlung die menschlichen Überreste von sechs Individuen - einer 50jährigen Frau, sowie mehreren Kindern im Alter zwischen 3 und 16 Jahren.

2009: Spurensuche

80 Jahre später greifen Kriminologen, Gerichtsmediziner und Archäologen den Fall erneut auf:
Sie stellen die Frage nach den Opfern, ihrem Alter und Geschlecht, klären mit modernsten forensischen Methoden Ernährungs- und Lebensgewohnheiten und ermitteln Gesundheitszustand, Herkunft und Verwandtschaft der Getöteten.
Tatort und Tatzeit werden erfasst, die Tatwaffen diskutiert und schließlich ein Täter-Opfer-Profil erstellt. War es Mord, ein feindlicher Überfall? Vielleicht auch nur häusliche Gewalt? Oder gar rituelle Handlungen im Rahmen eines uns unbekannten bronzezeitlichen Opferkultes?

Die Ausstellung führt durch eigens eingerichtete Büro- und Laboreinrichtungen, präsentiert Ermittlungs- und Verfahrensweisen moderner anthropologischer Forschung und gibt schließlich der Bronzezeit wieder ein Gesicht:

Auch nach 3000 Jahren lässt uns das Schicksal dieser Kinder nicht unberührt.




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Fernsehbericht zur Ausstellung (Flash-Video)
zur Verfügung gestellt von REGIO TV SCHWABEN



31. Mai bis 1. November,
täglich von 10 bis 18 Uhr


Eintritt
Einzelbesucher 5,-
ermäßigt 4,-
Familien 11,-
Gruppen 4,- /Person
Schulklassen 2,- /SchülerIn

Flyer als PDF zum Download

Begleitveranstaltungen

31. Mai & 1. Juni: Eröffnung der Sonderausstellung "Mord im Moor".
Anthropologen und Gerichtsmediziner auf archäologischer Spurensuche.

7. Juni: "Reenactmentday"

11. Juni: Gesichtsrekonstruktion
Wir geben der Bronzezeit ein Gesicht.

5. Juli: Spurensuche
Verborgene Hinweise an menschlichen Skeletten.

19. Juli: Kriminalistische Spurensicherung
Dem Täter auf der Spur (in Kooperation mit der Kriminalpolizei).

1. August, 19 Uhr: Lange Museumsnacht
mit Musik, Tanz, Theater, Literatur und Sonderführungen.

23. August: Unfall oder Gewalt?
Verletzungsspuren an archäologischen Skelettfunden; wie man sie erkennt und was sie uns verraten.

18. Oktober: Lesereise in die Bronzezeit

Archäotheater

Ein ungewöhnliches Theaterstück, das eigens für die Sonderausstellung Mord im Moor inszeniert wurde (in Kooperation mit dem Theater Ulm).
Premiere am 21. Juni
weitere Aufführungen jeweils am
12. Juli - 26. Juli - 30. August - 20. September
» Details zum ArchäoTheater

Vorträge

8. Juli, 19 Uhr: 8000 Jahre Mord und Totschlag
(Prof. Dr. Joachim Wahl, Landesamt für Denkmalpflege).

14. Oktober, 19 Uhr: Auferstanden von den Toten:
Die Weichteilrekonstruktion der Buchauer Kinderschädel
(Dr. Martin Menninger, Praxis für Bioarchäologie).

Führungen durch die Sonderausstellung:

sonntags 11 Uhr
31. Mai 2009 (Dr. Ralf Baumeister)
1. Juni 2009 (Dr. Martin Menninger)
7. Juni 2009 (Dr. Ralf Baumeister)

sonntags 15 Uhr
5. Juli 2009 (Dr. Martin Menninger)
19. Juli 2009 (Rudolf Walter M.A.)
23. August 2009 (Dr. Martin Menninger)

donnerstags 19 Uhr
18. Juni 2009 (Rudolf Walter M.A.)
23. Juli 2009 (Dr. Ralf Baumeister)
20. August 2009 (Rudolf Walter M.A.)

Der Begleitband zur Sonderausstellung

Mord im Moor(?)
Die Bronzezeit am Federsee im Spiegel von Archäologie und Naturwissenschaft


Ralf Baumeister (Hrsg.).
Mit Beiträgen von Ralf Baumeister, Uwe Berger, Andre Billamboz, Ralf Löffler, Ursula Maier, Martin Menninger, Walter Parson, Gunter Schöbel, Elisabeth Stephan, Iris Trautmann und Joachim Wahl

Format: 21 x 28 cm, 92 Seiten, durchgängig farbig
Preis: 9.90 EUR
Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung der Kreissparkasse Biberach


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