Bier – ein Jahrtausende altes Kultgetränk Sonderausstellung

In der Beliebtheitsskala alkoholischer Getränke steht Bier im Ranking unangefochten auf Platz 1 und hat im Land des Reinheitsgebotes längst Kultstatus erreicht. Davon zeugen tausende von Brauereien im Lande, die auf eine lange Tradition blicken und deren Wurzeln bis zu den Anfängen der bäuerlichen Wirtschaftsweise zurückreichen.

Adresse
Federseemuseum Bad Buchau
August-Gröber-Platz
88422 Bad Buchau
Öffnungszeiten
Täglich 10 bis 18 Uhr
Eintrittspreise
Regulär 8 €
Ermäßigt 6,50 €
Gruppen ab 10 Personen 6,50 € p.P.
Schulklassen (Begleitung frei) 2,50 € p.P.
Familien (Eltern m. Kindern bis 16 J.) 20 €
Jahreskarte 20 €
Jahreskarte für Familien 45 €

Ein Kultgetränk

Doch neben seiner berauschenden Wirkung ist Bier vor allem eines: ein unverzichtbares Lebensmittel, das die Menschen mit hochwertigen Nährstoffen und notwendigen Vitaminen und Spurenelemente versorgte. Denn Bier war – neben Wasser – lange Zeit das einzige, weit verbreitete und jederzeit verfügbare Getränk überhaupt, und durch sein saures Milieu und den Alkoholgehalt zugleich frei von krankheitserregenden Keimen. So wundert es wenig, dass überall dort, wo Getreide kultiviert wurde, auch mehr oder weniger alkoholische Getränke daraus gebraut wurden.

Es sind vor allem die zahlreichen Schrift- und Bildquellen aus Ägypten und Mesopotamien, die über die Anfänge des Brauens berichten. Entlang des Nils entstanden bereits vor fast 6000 Jahren die ersten Großbrauereien, die wertvolle Einblicke in die frühe Brautechnologie und erste einfache Rezepturen liefern.

Doch war die Biergewinnung in dieser Zeit nicht auf den Vorderen Orient beschränkt: Neueste archäobotanische Untersuchungen an Speiseresten aus den frühen Pfahlbausiedlungen erbrachten Hinweise auf malzartige Flüssigkeiten – vermutlich eine Art Maische, die zum Bierbrauen gedacht war.

Spätestens in keltischer Zeit wurde hierzulande Bier in großem Maßstab gebraut: In Hochdorf/Enz stießen Archäologen auf eine der ältesten Brauereien Deutschlands; die außerordentliche Menge an Gerstenmalz, die hier gefunden wurde, hätte mühelos für 1000 Liter Bier gereicht.

Das keltische Bier war rauchig, zugleich säuerlich und sehr erfrischend. In Rezeptur und im Geschmack unterscheidet es sich von heutigen Bieren erheblich: In Holzbottichen erhitze man den Sud mit heißen Steinen und würzte ihn – anstelle des bitteren Hopfens – mit Mädesüß, Beifußkraut oder Möhrensamen.

Die Sonderausstellung begibt sich auf eine akribische archäologische Spurensuche, beschreibt die ältesten Großbrauereien der Welt, berichtet über Biergöttinnen und heilige Getränke und gibt Einblicke in eine unglaubliche Bandbreite an Sorten und Geschmackswelten.

Wohl bekomm's !

Impressionen

Steinzeitliche Getreideernte 
Überrest eines malzartigen Getränkes (Kruste) aus Hornstaad-Hörnle (3900-3700 v. Chr.), Foto: Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg 
Reste der Großbrauerei in Hierankopolis, Ägpyten (ca. 3000 v. Chr.), Foto: M. Baba 
Probenentnahme aus keltischem Kessel der Speckhau-Nekropole (600-450 v. Chr.), Foto: Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg 
Biergenuss im Vorderen Orient - Rollsiegel aus Babylonien (copyright: Staatliche Museen zu Berlin – Vorderasiatisches Museum, Foto: O.M. Teßmer) 

Veranstaltungen

28.04. 13-17 Uhr

Ausstellungseröffnung

In unserer neuen Sonderausstellung können Besucherinnen und Besucher dem Ursprung des Bieres auf den Grund gehen. Passend dazu erwarten Sie im Freigelände Aktivitäten rund um das Thema „Bierbrauen in der Vorgeschichte“.

 

09.05. 13-17 Uhr

Ein besonderer Pfahlbautrunk? Bierbrauen wie in der Vorgeschichte

Gerstenmalz, Emmerschrot und Bierbrot – der ArchäoTechniker Andreas Diehm zeigt im Experiment, wie aus diesen Zutaten ein „Pfahlbaubräu“ im Tontopf entsteht.

 

23.05.-26.05. 13-17 Uhr

Archäologie im Experiment – vom Bier zur Topfkruste

Wurde in den steinzeitlichen Tongefäßen nicht nur gekocht, sondern auch Bier gebraut? Geben die original erhaltenen Speisereste in den steinzeitlichen Tongefäße Hinweise auf Rezepturen und Zutaten? Die Archäologin Jessi Berndt versucht dieser Frage anhand experimenteller Koch- und Brauversuche auf den Grund zu gehen …

 

30.06. 13-17 Uhr

Bier mit Tradition. Präsentation historischer Biere der Schussenrieder Brauerei Ott

Jürgen Holzheu stellt die Vielfalt der Schussenrieder Biere vor, die noch heute nach historischen Rezepten gebraut werden.

 

11.08. 13-17 Uhr

Braggot statt Bier

Frank Bittner (Gigelbräu) präsentiert sein eigens für das Federseemuseum entworfenes Braggot nach prähistorischem Vorbild.

 

15.08.-18.08. 13-17 Uhr

Archäologie im Experiment – vom Bier zur Topfkruste

Jessi Berndt setzt ihre Versuchsreihe fort, in der sie versucht zu verstehen, wie die steinzeitlichen Topfkrusten entstanden.

 

01.09. 13-17 Uhr

Männerglück, Schornsteinfegerle und Highländerle - die Sortenvielfalt von Speidel's BrauManufaktur

Speidel's BrauManufaktur gibt einen Einblick in die Vielfalt moderner Biere.

 

19.09. 19 Uhr

Wohl bekomm‘s. Humorvolle Bierverkostung der Schussenrieder Brauerei Ott.

Jürgen Holzheu führt auf unterhaltsame Weise durch die historische Bierwelt der Schussenrieder Brauerei.

Nähere Informationen folgen in Kürze.

 

22.09. 13-17 Uhr

Steinbier – eine mittelalterliche Spezialität?

Michael Attinger, der Brauer des Stifts Scheuer in Kirchheim, braut vor den Augen der Besucher*innen ein mittelalterliches Steinbier.

 

20.10. 13-17 Uhr

Bier mit Tradition. Präsentation historischer Biere der Schussenrieder Brauerei Ott

Jürgen Holzheu stellt die Vielfalt der Schussenrieder Biere vor, die noch heute nach historischen Rezepten gebraut werden.

In Zusammenarbeit mit

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Logo der Universität von Milwaukee
Logo des Landesmuseum Württemberg

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